Ich erinnere mich an einen frühen Moment:
Ich liege im Gras und beobachte, wie die Halme sich mühelos im Atem des Windes bewegen.
Die Augen eines Kindes, die nichts suchen, sehen einfach.
In diesem Augenblick erfüllte mich reine Gegenwart.
Ich könnte viele Geschichten erzählen …
Von Erfahrungen, von Wandlungen, von dem, was mich durch dieses Leben begleitet hat.
Doch wichtiger ist mir, zu erzählen, wie inneres Öffnen mein Wahrnehmen verändert hat.
Lange Zeit schien „Gnade“ für mich etwas Religiöses zu sein —
fast verwoben mit glorifiziertem Leiden und dem Versprechen einer Erlösung.
Erst als ich begann, die übernommenen Glaubensgeschichten zu lösen
und mein eigenes Bewusstsein zu gründen,
änderte sich die Bedeutung.
Gnade wurde zu Anmut.
Und irgendwann durfte ich erlauben:
ein Leben in Anmut.
Heute erkenne ich Gnade als das Licht, das hindurchscheint.
Durch alles Verdichtete.
Durch die schmerzhaften Erfahrungen,
die sich wie versiegelte Energiepakete abgespeichert hatten —
wartend darauf, heimzukommen,
integriert zu werden –
in die weite Liebesfähigkeit meines Herzens.
Ein Leben der Integration.
Ein Leben der Gnade.
So könnte ich es heute erzählen.
Es ist, was ich die Geste des Menschseins nenne:
die einfache, ungeschützte Bereitschaft,
mit einem anderen fühlend gegenwärtig zu sein.
Dort, wo kein jemand mehr liebt,
kann Liebe ungehindert fließen.