Lebendig mit der Erde

Eine Weide.
Umrahmt von dunklem Nadelwald.
Zwei Kühe, ruhig grasend, ohne Eile.
Ein Bach, der seinen eigenen Weg findet – nicht gerade, nicht geplant.
Und im Vordergrund ein abgestorbener Baum.

Nichts daran ist falsch.
Nichts daran muss korrigiert werden.

Der Baum, der nicht mehr lebt, gehört ebenso dazu wie das frische Gras.
Der Bach muss nicht begradigt werden, um sinnvoll zu sein.
Die Kühe grasen, ohne Konzept.
Der Wald steht, ohne Absicht.

Und darin liegt etwas, das sich nicht herstellen lässt:

Ein Gleichgewicht, das nicht gemacht ist.
Ein Zusammenwirken, das keiner ordnet.
Ein Lebendigsein, das sich selbst trägt.

„Lebendig mit der Erde sein“ bedeutet vielleicht nicht, sie zu schützen oder zu bewahren –
sondern zu erkennen, dass wir nie außerhalb dieses Geschehens waren.

Dass auch wir uns bewegen, reagieren, altern, entstehen und vergehen –
so wie der Baum, der Bach, das Gras.

Und dass in dem Moment, in dem das Eingreifen aus Angst stiller wird,
eine andere Form von Teilnahme möglich wird:

leise,
unmittelbar,
ohne Rolle.

Vielleicht beginnt genau hier etwas sehr Einfaches:

Nicht mehr über die Erde nachdenken –
sondern mit ihr sein.

Ohne Abstand.
Ohne Auftrag.
Einfach lebendig.