Menschsein
Menschsein ist kein festes „Ich bin das“.
Es ist kein Zustand, den man erreichen oder halten muss.
Menschsein geschieht.
Es ist Leben, das sich im Körper fühlt –
in Berührung, in Nähe, im Atmen, im einfachen Da-Sein.
Es schmeckt sich selbst in Momenten von Liebe,
in einem Blick, in einem Lächeln, im stillen Gewahrsein von Existenz.
Und zugleich zeigt es sich auch in Enge,
in Trennung, in Schmerz,
in den Erfahrungen von Macht, Ohnmacht und Verletzbarkeit.
Nichts davon steht außerhalb.
Alles gehört zur Möglichkeit, Mensch zu sein.
Der Verstand versucht zu ordnen, zu erklären, zu trennen.
Er erschafft Bedeutungen – und manchmal auch Distanz.
Doch das Leben selbst bleibt ungeteilt im Erleben.
Menschsein ist nicht statisch.
Es ist beweglich, dehnbar, veränderbar.
Ein fortlaufendes Geschehen, das sich nicht festlegen lässt.
Was geboren wird, wird sterben.
Diese Form ist zeitlich.
Und doch ist im unmittelbaren Erleben etwas,
das nicht festgehalten werden muss,
weil es sich von selbst zeigt –
immer nur jetzt.
Menschsein braucht keine endgültige Definition.
Es will erfahren werden.
Vielleicht ist es einfach das:
Leben, das sich im Körper fühlt –
mit allem, was darin geschieht.
Und in der Offenheit, in der nichts festgehalten werden muss,
bleibt es lebendig.